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Greifbare Nostalgie
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From Software traut sich was - zumindest wenn sie nicht gerade mit den Armored Core-Titeln in Japan eine ganze Menge Asche verdienen. Demon's Souls zielt mit seinem ultraharten Dungeoncrawler-Prinzip auf eine Spielernische und mit 3D Dot Game Heroes wird wieder ein ganz gewisser Typ angesprochen: Der Nostalgiker.
Ich sage es einmal ungeschönt und ohne Blumen: 3D Dot Game Heroes ist ein Zelda-Klon. Nicht Ocarina of Time oder Twilight Princess, sondern das gute alte A Link to the Past wird hier thematisiert: Vor langer Zeit, als die Welt noch einfach und 2D war, gab es ein großes Übel in Dotnia. Ein namenloser Held hat dieses Böse versiegelt und sein legendäres Schwert seinen Nachkommen hinterlassen. Diesen Nachkommen spielt man nun!
Aber es hat sich was getan in Dotnia: Der König hat eingesehen, dass es seinem Reich irgendwie an Attraktivität für Touristen fehlt, also hat er die 3D-Revolution eingeläutet. Leider rief das auch irgendwie Schergen auf den Plan und ein selbsternannter Dark Bishop hat sich zum Ziel gesetzt, das versiegelte Böse zu erwecken. Das kann der Held natürlich nicht zulassen, muss nun die acht Weisen aufsuchen, die die acht Perlen bewachen und danach die Welt retten. IT'S DANGEROUS TO GO ALONE, TAKE THIS.
Bevor wir jedoch auf die spannende Reise durch das blockige Königreich gehen, können wir uns einen ebenso blockigen Hauptcharakter erstellen. Das ist nicht Pflicht, aber wenn man schon mal die Gelegenheit zum Personalisieren hat, warum nicht? Im Grunde ist das ja auch nur die Weiterentwicklung des "Gebe deinen Namen ein oder heiße LINK"-Prompts zu Beginn eines Spiels.
Der Editor, der dem Spiel angehängt ist und mit dem offensichtlich auch sämtliche Figurenmodelle erstellt wurden, ist sehr anwenderfreundlich gehalten: Man setzt Blöcke, man setzt größere Blöcke, man färbt diese Blöcke ein. Mit Kopier-, Einfüge- und Spiegel-Operationen wiederholt man dann den ganzen Spaß noch einmal für die restlichen Posen eines Charakters; derer gibt es insgesamt sechs: Stehen, Gehen1, Gehen2, Attacke1, Attacke2 und Jubeln. Ich habe natürlich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, mir einen putzigen Master Chief erstellt, ihn einfach nur "Chief" genannt und was dann im Spiel folgte, hat mich fast von den Socken gehauen:
Was macht man im Spiel nun? Erst einmal bekommt man Schwert und Schild und dann geht man den ersten Dungeon besuchen, wo man - es war zu erwarten - einen Bumerang findet. Natürlich braucht man diesen Gegenstand, um einige Rätsel im Dungeon zu lösen, die meistens irgendwie um das Konzept "Drücke Schalter, öffne Tür" kursieren. Ich vermisse bis jetzt noch das klassische Zelda-Rätsel: Im Raum ist eine Fackel an und die andere aus. Entzünde die zweite Fackel, um die Tür zu öffnen. Aber ich habe das Spiel ja noch nicht durch, dann kommt es sicherlich noch.
Das Kämpfen und Benutzen von Items funktioniert selbstredend genau so wie in der Vorlage: Ein Knopf zum Angreifen, einer zum Abwehren per Schild und ein Knopf benutzt die Zweitgegenstände die Pfeil und Bogen, Bomben oder Magie. Was allerdings anders ist, ist das Schwert: In Zelda kannte man es, dass man bei voller Energie mit dem Master-Schwert schießen konnte - in 3D Dot Game Heroes passiert etwas anderes: Das Schwert ist plötzlich überdimensional lang und groß! Und, je nachdem wie man es erweiterte, schlägt es durch Objekte durch, schießt Energieblitze oder hat ein sonstiges Special. Das gibt dem Gameplay einen interessanten Twist insofern, dass das Schwert gleich zu Beginn die bei weitem mächtigste Waffe ist - wenn man sich denn nicht treffen lässt.
Fehlt auch nur ein halber Apfel der Gesundheitsleiste, dann war's essig mit der Männlichkeitsprothese: Das Schwert ist kurz, macht weniger Schaden und bleibt an allen Ecken hängen! Da wird aus einen leichten Gemetzel plötzlich ein brockenharter Rückschritt in vergangene Tage, wo man noch ohne Quicksave an jeder Ecke sterben konnte. Dann hat man doch lieber zwei bis drei rote Tränke dabei.
Wo das Spiel ganz besonders hervorsticht, sind die Bereiche Charme und Humor: Es gibt viele NPCs im Spiel mit sehr vielen Sidequests, und jeder dieser Charaktere hat irgendwas Interessantes zu erzählen, wobei viele auch einfach darüber rumweinen, dass in 2D alles besser war und 3D vieles unnötig verkompliziert - "Argumente", denen man in manchen Spieleforen über den Weg läuft, wenn die Nostalgie-Nerds mal wieder aus ihren Kellern gekommen sind.
Ansonsten sind die Entwickler natürlich nicht blöd: Die wissen, was sie da machen und sie wissen, dass das jeder weiß. Darum werden viele Konzepte des klassischen Action-Adventures auf die Schippe genommen (selbstverständlich nervt unsere dämliche Begleiterfee Lee ganz außergewöhnlich), doch wer zu den wenigen Auserwählten gehört, die noch nie was mit Zelda zu tun gehabt haben, sei entwarnt: Die meisten Witze sind eh selbstreferenzierend. Da fragt einen der König, ob man die Welt retten will und bekommt tatsächlich die Entscheidung "Ja" oder "Nein" zur Auswahl. Ich habe spontan mal auf die Welt gepfiffen, der König antwortete mit "Haha, guter Witz. Aber mal ehrlich: Wenn du es nicht machst, gehen wir alle drauf." und konnte nichts anderes mehr machen als mich zum Rettertum breitschlagen zu lassen. Auch kleine From-Witzchen sind enthalten: Im sogenannten From Cave lassen sich etwa "A Hero's Soul" und "Sticky White Stuff" aus Demon's Soul finden, genauso wie kleine Textnachrichten am Boden, die um das Empfehlen dieser Nachricht betteln. Ärgerlich: Hat man im Dorf nicht mit einem bestimmten Typen geredet, kann man die Höhle im ganzen Spieldurchlauf nicht mehr genauer untersuchen.
Sehr auffällig am Ganzen sind noch Grafik und Musik. Trotz Klotz-Optik zwingt das Spiel anscheinend die PS3 in regelmäßigen Abständen in die Knie, ich habe bereits sehr früh Slowdowns und komische Flackerfehler festgestellt - allerdings ist das Spiel in einer gewissen Weise sehr schön anzusehen und zu jeder Zeit werden verschiedene Grafikfilter über das Geschehen gelegt.
Bei der Soundkulisse denkt man schlagartig an Zelda. Da führt gar kein Weg vorbei. Wenn man auf der Weltkarte herumläuft, fehlt eigentlich nur noch das Overworld-Thema und der Eindruck vom Sprung in die Vergangenheit wäre komplett. Nichtsdestotrotz begeht From keine Copyright-Verletzung, sondern beliefert den Spieler mit eigenen Kreationen aus stilisiertem 16-Bit-Sound.
3D Dot Game Heroes ist ein Zelda-Klon, mit all seinen Stärken und Schwächen: Es verleitet alte Hasen zum Träumen und ist für Videospiele-Neulinge ein gekonnter Einblick in die Generation vergangener Tage - allerdings bietet das Spiel auch nicht viel mehr als ein A Link to the Past-Remake in 3D mit Charaktereditor und ohne Link. Wer also Lust auf klassische Bildschirmtexte wie "[LIFE UP GET]" oder ein paar Minigames wie Block Defense oder Dash Circuit (mit den Turboboots eine Strecke ablaufen) hat, der kann sich dieses Spiel gerne einmal angucken - alle anderen kaufen sich für denselben Preis einen SNES mit einem der bekanntesten Spiele aller Zeiten. Rian
Ich sage es einmal ungeschönt und ohne Blumen: 3D Dot Game Heroes ist ein Zelda-Klon. Nicht Ocarina of Time oder Twilight Princess, sondern das gute alte A Link to the Past wird hier thematisiert: Vor langer Zeit, als die Welt noch einfach und 2D war, gab es ein großes Übel in Dotnia. Ein namenloser Held hat dieses Böse versiegelt und sein legendäres Schwert seinen Nachkommen hinterlassen. Diesen Nachkommen spielt man nun!
Aber es hat sich was getan in Dotnia: Der König hat eingesehen, dass es seinem Reich irgendwie an Attraktivität für Touristen fehlt, also hat er die 3D-Revolution eingeläutet. Leider rief das auch irgendwie Schergen auf den Plan und ein selbsternannter Dark Bishop hat sich zum Ziel gesetzt, das versiegelte Böse zu erwecken. Das kann der Held natürlich nicht zulassen, muss nun die acht Weisen aufsuchen, die die acht Perlen bewachen und danach die Welt retten. IT'S DANGEROUS TO GO ALONE, TAKE THIS.

Bevor wir jedoch auf die spannende Reise durch das blockige Königreich gehen, können wir uns einen ebenso blockigen Hauptcharakter erstellen. Das ist nicht Pflicht, aber wenn man schon mal die Gelegenheit zum Personalisieren hat, warum nicht? Im Grunde ist das ja auch nur die Weiterentwicklung des "Gebe deinen Namen ein oder heiße LINK"-Prompts zu Beginn eines Spiels.
Der Editor, der dem Spiel angehängt ist und mit dem offensichtlich auch sämtliche Figurenmodelle erstellt wurden, ist sehr anwenderfreundlich gehalten: Man setzt Blöcke, man setzt größere Blöcke, man färbt diese Blöcke ein. Mit Kopier-, Einfüge- und Spiegel-Operationen wiederholt man dann den ganzen Spaß noch einmal für die restlichen Posen eines Charakters; derer gibt es insgesamt sechs: Stehen, Gehen1, Gehen2, Attacke1, Attacke2 und Jubeln. Ich habe natürlich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen, mir einen putzigen Master Chief erstellt, ihn einfach nur "Chief" genannt und was dann im Spiel folgte, hat mich fast von den Socken gehauen:

Was macht man im Spiel nun? Erst einmal bekommt man Schwert und Schild und dann geht man den ersten Dungeon besuchen, wo man - es war zu erwarten - einen Bumerang findet. Natürlich braucht man diesen Gegenstand, um einige Rätsel im Dungeon zu lösen, die meistens irgendwie um das Konzept "Drücke Schalter, öffne Tür" kursieren. Ich vermisse bis jetzt noch das klassische Zelda-Rätsel: Im Raum ist eine Fackel an und die andere aus. Entzünde die zweite Fackel, um die Tür zu öffnen. Aber ich habe das Spiel ja noch nicht durch, dann kommt es sicherlich noch.
Das Kämpfen und Benutzen von Items funktioniert selbstredend genau so wie in der Vorlage: Ein Knopf zum Angreifen, einer zum Abwehren per Schild und ein Knopf benutzt die Zweitgegenstände die Pfeil und Bogen, Bomben oder Magie. Was allerdings anders ist, ist das Schwert: In Zelda kannte man es, dass man bei voller Energie mit dem Master-Schwert schießen konnte - in 3D Dot Game Heroes passiert etwas anderes: Das Schwert ist plötzlich überdimensional lang und groß! Und, je nachdem wie man es erweiterte, schlägt es durch Objekte durch, schießt Energieblitze oder hat ein sonstiges Special. Das gibt dem Gameplay einen interessanten Twist insofern, dass das Schwert gleich zu Beginn die bei weitem mächtigste Waffe ist - wenn man sich denn nicht treffen lässt.
Fehlt auch nur ein halber Apfel der Gesundheitsleiste, dann war's essig mit der Männlichkeitsprothese: Das Schwert ist kurz, macht weniger Schaden und bleibt an allen Ecken hängen! Da wird aus einen leichten Gemetzel plötzlich ein brockenharter Rückschritt in vergangene Tage, wo man noch ohne Quicksave an jeder Ecke sterben konnte. Dann hat man doch lieber zwei bis drei rote Tränke dabei.
Wo das Spiel ganz besonders hervorsticht, sind die Bereiche Charme und Humor: Es gibt viele NPCs im Spiel mit sehr vielen Sidequests, und jeder dieser Charaktere hat irgendwas Interessantes zu erzählen, wobei viele auch einfach darüber rumweinen, dass in 2D alles besser war und 3D vieles unnötig verkompliziert - "Argumente", denen man in manchen Spieleforen über den Weg läuft, wenn die Nostalgie-Nerds mal wieder aus ihren Kellern gekommen sind.
Ansonsten sind die Entwickler natürlich nicht blöd: Die wissen, was sie da machen und sie wissen, dass das jeder weiß. Darum werden viele Konzepte des klassischen Action-Adventures auf die Schippe genommen (selbstverständlich nervt unsere dämliche Begleiterfee Lee ganz außergewöhnlich), doch wer zu den wenigen Auserwählten gehört, die noch nie was mit Zelda zu tun gehabt haben, sei entwarnt: Die meisten Witze sind eh selbstreferenzierend. Da fragt einen der König, ob man die Welt retten will und bekommt tatsächlich die Entscheidung "Ja" oder "Nein" zur Auswahl. Ich habe spontan mal auf die Welt gepfiffen, der König antwortete mit "Haha, guter Witz. Aber mal ehrlich: Wenn du es nicht machst, gehen wir alle drauf." und konnte nichts anderes mehr machen als mich zum Rettertum breitschlagen zu lassen. Auch kleine From-Witzchen sind enthalten: Im sogenannten From Cave lassen sich etwa "A Hero's Soul" und "Sticky White Stuff" aus Demon's Soul finden, genauso wie kleine Textnachrichten am Boden, die um das Empfehlen dieser Nachricht betteln. Ärgerlich: Hat man im Dorf nicht mit einem bestimmten Typen geredet, kann man die Höhle im ganzen Spieldurchlauf nicht mehr genauer untersuchen.

Hühner lassen sich auch hier nichts gefallen.
Sehr auffällig am Ganzen sind noch Grafik und Musik. Trotz Klotz-Optik zwingt das Spiel anscheinend die PS3 in regelmäßigen Abständen in die Knie, ich habe bereits sehr früh Slowdowns und komische Flackerfehler festgestellt - allerdings ist das Spiel in einer gewissen Weise sehr schön anzusehen und zu jeder Zeit werden verschiedene Grafikfilter über das Geschehen gelegt.
Bei der Soundkulisse denkt man schlagartig an Zelda. Da führt gar kein Weg vorbei. Wenn man auf der Weltkarte herumläuft, fehlt eigentlich nur noch das Overworld-Thema und der Eindruck vom Sprung in die Vergangenheit wäre komplett. Nichtsdestotrotz begeht From keine Copyright-Verletzung, sondern beliefert den Spieler mit eigenen Kreationen aus stilisiertem 16-Bit-Sound.
3D Dot Game Heroes ist ein Zelda-Klon, mit all seinen Stärken und Schwächen: Es verleitet alte Hasen zum Träumen und ist für Videospiele-Neulinge ein gekonnter Einblick in die Generation vergangener Tage - allerdings bietet das Spiel auch nicht viel mehr als ein A Link to the Past-Remake in 3D mit Charaktereditor und ohne Link. Wer also Lust auf klassische Bildschirmtexte wie "[LIFE UP GET]" oder ein paar Minigames wie Block Defense oder Dash Circuit (mit den Turboboots eine Strecke ablaufen) hat, der kann sich dieses Spiel gerne einmal angucken - alle anderen kaufen sich für denselben Preis einen SNES mit einem der bekanntesten Spiele aller Zeiten. Rian
Nex am 30.05.2010 um 19:50 Uhr
Ich möchte mir den Titel unbedingt auch nochmal genauer ansehen. Denn gerade die alten Zelda-Teile erstrahlen bei mir in goldenen Erinnerungen!



