Fetter Kuchenfresser
The Misadventures of P.B. Winterbottom
Als fetter, oberlippenbärtiger Stummfilm-Pastetendieb hat man es nicht leicht. Naja, eigentlich schon. Sogar sehr einfach. Fast zu einfach, denn der runde Knödel namens P.B. Winterbottom steckt, auf seiner stetigen Jagd nach kalorienhaltigen Süßspeisen, unweigerlich Fabriken in Brand, zerstört eine Turmuhr und richtet ansonsten noch viel Schaden an. Eines Nachts erscheint ihm die riesige Gottpastete und, hungernd wie unser Anti-Held ist, verfolgt er sie natürlich. Dabei stolpert er selbstverständlich über ein Raum-Zeit-Portal und eine ganze Menge merkwürdiger Muckefuck folgt.


Fortan hat man als Lenker von P.B. zwei Ziele: Kuchen futtern und vergangene Missetaten ungeschehen machen, wobei Kuchen futtern eindeutige Priorität hat. Dabei hat man erst einmal die Fähigkeit in einem Level Klone von sich selbst zu erstellen, mit denen man interagieren kann, um gewiefte Puzzles zu lösen - natürlich muss man keinen Ausgang erreichen, sondern Gebäck verschlingen. Diese Herausforderungen stellen sich auf vielfache Weise, wozu das Auslösen von Zeitschaltern mit den Klonen und das Schlagen der Doppelgänger gehört. Logisches Denken ist gefragt! Wobei man sich bei einigen Leveln auch durch plumpes Ausprobieren durchmogeln kann.

Im späteren Spielverlauf ändern sich die Regeln: Es gibt neben den normalen Klonen auch böse Klone, die es nicht zu berühren gilt. Manchmal darf man nur Aufnahmen von sich machen, wenn man ein Portal berührt, und manche Pastete lässt sich nur von unseren herbeigezauberten Partnern mampfen. Es gibt auf jeden Fall jedes Level etwas Neues zu tun!


Präsentiert wird das Ganze sehr lieblich im 30er-Jahre-Schwarz-Weiß mit kleinen Reimen in den Ladebildschirmen. Über Präsentation und die recht eintönig dudelnde Musik kann man sich streiten - ich fand's ganz nett, aber man hätte nun auch nicht viel verloren, wenn die Geschichte auch anders erzählt worden würde.

Letztendlich hatte ich, vielleicht auch weil ich schon vor langer Zeit das sehr ähnliche Braid gespielt habe und von dem Spiel gefordert sowie storymäßig beeindruckt war, zwar meinen Spaß an den Rätseln, allerdings kam mir die Spielzeit und der Kniffligkeitsgrad der Puzzle für 1200 MS-Points (15 Euro) zu gering bzw. zu niedrig vor. Ich beendete das Spiel mehr oder weniger mit einem "War's das jetzt schon?" und war ein klein wenig enttäuscht. Insgesamt ist The Misadventures of P.B. Winterbottom kein schlechtes Spiel, liefert für den Preis aber zu wenig Umfang und Substanz. Rian
21.05.2010 | Rian | Xbox Live Arcade
Kommentieren
» Kommentare
Bisher gibt es keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Name (oder Registrieren) :
E-Mail (optional) :