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Alle vier Jahre wieder
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Habt ihr es schon bemerkt? Die ersten Deutschlandfähnchen hängen aus den Autos, im Fernsehen laufen mehrstündige Spezialsendungen, wenn ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft auch nur mit dem falschen Fuß morgens aufgestanden ist und die ersten Leute brechen schon in leichter Panik aus, angesichts dessen, dass sie sich demnächst mit betrunkenen Fans in der Straßenbahn auseinandersetzen müssen. Die Weltmeisterschaft steht kurz bevor und natürlich gibt es auch dieses Jahr ein offizielles Spiel zum Event von EA!
Basierend auf der Fifa-Engine finden sich die Verbesserungen vor allem im Detail: die Torhüter taugen endlich wieder was! Anstelle, dass die Typen wie die Gegner bei Serious Sam kamikaze-mäßig auf euch zustürmen, bleiben sie nun in ihrem Kasten: regelmäßige Lupfertore gehören der Vergangenheit an!
Die restlichen Gameplay-Unterschiede sind dann eher marginal. Es fühlt sich ein bisschen schneller und flüssiger an, die KI scheint bei Angriffen etwas schlauer mitzulaufen.
Leider hat man aber einige Steuerungsmacken, die schon bei Fifa 10 genervt haben, nicht verbessert. Die Pässe sind manchmal ungenau und es passiert auch immer wieder, dass, obwohl man den Knopf nur leicht angetippt hat und in die direkte Richtung eines nahe stehenden Mitspielers drückt, der Ball trotzdem weit nach hinten gespielt wird. Ärgerlich, wenn man gerade auf den Strafraum zustürmt oder nur noch diesen Pass für eine exzellente Schußposition gebraucht hätte.
Ganz neu hingegen ist das Elfmetersystem: Es fängt damit an, dass ihr unten eine Anzeige habt, in der ihr einen Balken stoppen müsst -- möglichst im grünen Bereich. Das repräsentiert die Gelassenheit eures Schützen und hat Auswirkungen auf seine Zeilgenauigkeit. Danach haltet ihr den Schussknopf gedrückt, um die Kraftanzeige aufzuladen, während ihr gleichzeitig mit dem Stick bestimmen könnt, wohin die Kugel fliegen soll. Im Trainingsmodus seht ihr dank eines Ziels noch genau, wohin der Schuss fliegen würde, aber in richtigen Spielen ist diese Hilfe nicht eingeschaltet, so dass ihr euch auf euer Gefühl verlassen müsst. Noch ein bisschen Tiefe gewinnt das System dadurch, dass man, auf Kosten der Zielgenauigkeit, einen kurzen Stotterschritt machen kann. Online sieht man dann öfter, dass der Torhüter schon losspringt und man mit ein bisschen nachjustieren den Ball locker am Keeper vorbeischieben kann.
Wo EA beim WM-Spiel die meiste Arbeit geleistet hat, wird schon beim ersten Anpfiff klar: ein großes Feuerwerk besucht die Spieler im Stadion, Kameraschwenks auf die Fans in den Zwischensequenzen während des Spiels, selbst die Trainer der wichtigsten WM-Nationen, beispielsweise Jogi Löw oder die pummelige Ekellocke Maradona, haben immer mal wieder einen Auftritt, selbst wenn sie nur einem ihrer Schützlinge bei der Einwechslung noch schnell ein paar Takte flüstern -- insgesamt ist die Präsentation, inklusive leicht verbesserter Grafik und richtig gelungener Soundkulisse, großartig und sorgt für die richtige WM-Stimmung.
Ergänzt wird dies durch den großen Umfang: bis auf fünf nachträglich ausgeschlossene Mannschaften sind alle Teams, die an der WM-Qualifikation teilgenommen haben, lizenziert und spielbar. Das macht dann insgesamt 199 Mannschaften, von Andorra bis Vanuatu ist alles dabei. Leider sind die Kader aber etwas klein. Gerade bei den größeren Nationen hätte man sich bei der Nominierung mehr Auswahl gewünscht. Für Deutschland hat man rund 40 Spieler zur Auswahl, um seinen 23er-Trupp zusammenzustellen -- aber einige prominente Top-Recken der Bundesliga fehlen.
Auch der Online-Modus ist üppig: der Patriot in euch wird dadurch geweckt, dass ihr für euer Land Punkte sammeln könnt, wenn ihr online gut spielt, um auf der "Kampf der Nationen"-Rangliste ganz weit vorne zu landen. Und selbst wenn euch das nicht motiviert, die Möglichkeit, die WM online zu spielen, ist sehr gelungen. Ihr tretet in der Gruppenphase erst gegen drei Onlinegegner an und wenn ihr diese übersteht folgen noch vier Spiele auf dem Weg zum Finale -- doch ab diesem Punkt bedeutet eine Niederlage, dass man wieder von neu beginnen muss. Das macht dann den ersten WM-Sieg natürlich umso schöner.
Leider wird der Online-Spaß manchmal getrübt dadurch, dass, noch mehr als in anderen Fussballspielen, die Community zu einem großen Teil aus gewinnwütigen Egomanen zu bestehen scheint. Dank des Turnierformats wird zwar nicht mehr so oft abgebrochen, aber gerade nach der Gruppenphase erlebt man es oft, dass Spieler nach einer 1:0 -Führung gerne nur noch den Ball hinten rum spielen -- selbst wenn gerade erst die fünfte Spielminute angebrochen ist. Hier wäre es wünschenswert, wenn sich EA Möglichkeiten einfallen lassen würde zur Sanktionierung solchen Verhaltens.
Dazu kommen auch die sonstigen Superschurken wie der Jedes-Replay-Angucker oder der "Ich jubel bis zur Mittellinie"-Walker, die gerne etwas Spielfrust entstehen lassen.
Am Ende ist es wieder eine Grundsatzentscheidung. Der eine sieht es, und man kann es ja kaum übel nehmen, nicht ein, für drei Iterationen eines Spiels mit minimalen Verbesserungen im Zeitraum von 12 Monaten drei Mal den Vollpreis zu zahlen. Und der Andere will eben nicht auf WM-Feeling verzichten. Denn: FIFA WM 2010 ist gelungen, bietet mit starker Atmosphäre, verbessertem Gameplay und großem Umfang genug Spielspaßpotential für die Zeit bis zur und während der WM. Evil

Basierend auf der Fifa-Engine finden sich die Verbesserungen vor allem im Detail: die Torhüter taugen endlich wieder was! Anstelle, dass die Typen wie die Gegner bei Serious Sam kamikaze-mäßig auf euch zustürmen, bleiben sie nun in ihrem Kasten: regelmäßige Lupfertore gehören der Vergangenheit an!
Die restlichen Gameplay-Unterschiede sind dann eher marginal. Es fühlt sich ein bisschen schneller und flüssiger an, die KI scheint bei Angriffen etwas schlauer mitzulaufen.
Leider hat man aber einige Steuerungsmacken, die schon bei Fifa 10 genervt haben, nicht verbessert. Die Pässe sind manchmal ungenau und es passiert auch immer wieder, dass, obwohl man den Knopf nur leicht angetippt hat und in die direkte Richtung eines nahe stehenden Mitspielers drückt, der Ball trotzdem weit nach hinten gespielt wird. Ärgerlich, wenn man gerade auf den Strafraum zustürmt oder nur noch diesen Pass für eine exzellente Schußposition gebraucht hätte.
Ganz neu hingegen ist das Elfmetersystem: Es fängt damit an, dass ihr unten eine Anzeige habt, in der ihr einen Balken stoppen müsst -- möglichst im grünen Bereich. Das repräsentiert die Gelassenheit eures Schützen und hat Auswirkungen auf seine Zeilgenauigkeit. Danach haltet ihr den Schussknopf gedrückt, um die Kraftanzeige aufzuladen, während ihr gleichzeitig mit dem Stick bestimmen könnt, wohin die Kugel fliegen soll. Im Trainingsmodus seht ihr dank eines Ziels noch genau, wohin der Schuss fliegen würde, aber in richtigen Spielen ist diese Hilfe nicht eingeschaltet, so dass ihr euch auf euer Gefühl verlassen müsst. Noch ein bisschen Tiefe gewinnt das System dadurch, dass man, auf Kosten der Zielgenauigkeit, einen kurzen Stotterschritt machen kann. Online sieht man dann öfter, dass der Torhüter schon losspringt und man mit ein bisschen nachjustieren den Ball locker am Keeper vorbeischieben kann.

Wo EA beim WM-Spiel die meiste Arbeit geleistet hat, wird schon beim ersten Anpfiff klar: ein großes Feuerwerk besucht die Spieler im Stadion, Kameraschwenks auf die Fans in den Zwischensequenzen während des Spiels, selbst die Trainer der wichtigsten WM-Nationen, beispielsweise Jogi Löw oder die pummelige Ekellocke Maradona, haben immer mal wieder einen Auftritt, selbst wenn sie nur einem ihrer Schützlinge bei der Einwechslung noch schnell ein paar Takte flüstern -- insgesamt ist die Präsentation, inklusive leicht verbesserter Grafik und richtig gelungener Soundkulisse, großartig und sorgt für die richtige WM-Stimmung.

Ergänzt wird dies durch den großen Umfang: bis auf fünf nachträglich ausgeschlossene Mannschaften sind alle Teams, die an der WM-Qualifikation teilgenommen haben, lizenziert und spielbar. Das macht dann insgesamt 199 Mannschaften, von Andorra bis Vanuatu ist alles dabei. Leider sind die Kader aber etwas klein. Gerade bei den größeren Nationen hätte man sich bei der Nominierung mehr Auswahl gewünscht. Für Deutschland hat man rund 40 Spieler zur Auswahl, um seinen 23er-Trupp zusammenzustellen -- aber einige prominente Top-Recken der Bundesliga fehlen.
Auch der Online-Modus ist üppig: der Patriot in euch wird dadurch geweckt, dass ihr für euer Land Punkte sammeln könnt, wenn ihr online gut spielt, um auf der "Kampf der Nationen"-Rangliste ganz weit vorne zu landen. Und selbst wenn euch das nicht motiviert, die Möglichkeit, die WM online zu spielen, ist sehr gelungen. Ihr tretet in der Gruppenphase erst gegen drei Onlinegegner an und wenn ihr diese übersteht folgen noch vier Spiele auf dem Weg zum Finale -- doch ab diesem Punkt bedeutet eine Niederlage, dass man wieder von neu beginnen muss. Das macht dann den ersten WM-Sieg natürlich umso schöner.
Leider wird der Online-Spaß manchmal getrübt dadurch, dass, noch mehr als in anderen Fussballspielen, die Community zu einem großen Teil aus gewinnwütigen Egomanen zu bestehen scheint. Dank des Turnierformats wird zwar nicht mehr so oft abgebrochen, aber gerade nach der Gruppenphase erlebt man es oft, dass Spieler nach einer 1:0 -Führung gerne nur noch den Ball hinten rum spielen -- selbst wenn gerade erst die fünfte Spielminute angebrochen ist. Hier wäre es wünschenswert, wenn sich EA Möglichkeiten einfallen lassen würde zur Sanktionierung solchen Verhaltens.
Dazu kommen auch die sonstigen Superschurken wie der Jedes-Replay-Angucker oder der "Ich jubel bis zur Mittellinie"-Walker, die gerne etwas Spielfrust entstehen lassen.

Am Ende ist es wieder eine Grundsatzentscheidung. Der eine sieht es, und man kann es ja kaum übel nehmen, nicht ein, für drei Iterationen eines Spiels mit minimalen Verbesserungen im Zeitraum von 12 Monaten drei Mal den Vollpreis zu zahlen. Und der Andere will eben nicht auf WM-Feeling verzichten. Denn: FIFA WM 2010 ist gelungen, bietet mit starker Atmosphäre, verbessertem Gameplay und großem Umfang genug Spielspaßpotential für die Zeit bis zur und während der WM. Evil
19.05.2010 | Evil | Männerscheiß
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