Sorcery Gewinnspiel!
1Down
Die vielen Leben des Mario
Seit Anbeginn der virtuellen Zeit sind Videospiele vollgestopft mit Metaphysik, ganz vorne weg natürlich das Ableben des Helden und sein sofortiger Neuantritt der Herausforderung, sei es durch das Laden eines Spielstandes oder das Verbrauchen eines neuen Versuches. Das ist doch schon irgendwie unheimlich, wenn Mario auf seinem Weg durch das Pilzkönigreich einfach so aus heiterem Himmel Zusatzleben verdient, oder? Ja, das ist es. Aber was wäre, wenn das Ganze noch viel gruseliger ist als wir immer dachten?

Achtung! Es folgen Spoiler zum Film "Moon"!

Vielleicht hat jemand von euch den Film "Moon" bereits gesehen: Ein Kerl arbeitet zwei Jahre alleine auf einer Mondbasis und ist im Begriff nach Hause zurück zu fliegen. Über einen Unfall findet er heraus, dass er ein Klon ist und die Bergbaufirma immer wieder und wieder denselben Kerl mit den gleichen Erinnerungen geklont hat, weil das natürlich billiger ist als alle zwei Jahre neues Personal auszubilden und in den Orbit zu schießen. Diese Klone halten natürlich exakt zwei Jahre.

/spoiler

Und nun projizieren wir dies einmal auf die Mario-Serie: Mario fällt in einen Abgrund, wird erstochen, zermantscht, verbrannt oder durch eine angriffslustige Schildkröte umgerannt - wie dem auch sei, er ist tot. Nichtsdestotrotz kann er, sofern er noch Leben übrig hat, zu Beginn des Levels oder an Checkpoints einfach so neu starten, als ob nichts gewesen wäre. Meine Theorie ist: Es ist wirklich nichts gewesen, zumindest nicht für diesen Mario. Ganz recht, Mario ist ein Klon. Nicht nur das, er ist der Klon eines Klones eines Klones eines Klones. Eines Klones. Es ist ja schließlich nicht so, dass sich beim Abnippeln des Klempners die Zeit zurückdreht, denn dann würde man sich... Zeitzurückdrehungspunkte erspielen, genau wie in Prince of Persia. Wäre es derselbe, restaurierte Mario, dann müssten sich die vielen Tode eigentlich unwiederbringlich in seiner Psyche niederschlagen, wogegen des Italieners hüpfend-heroische Natur spricht. Und was ist denn wahrscheinlicher: Dass man einen vorbereiteten Klon in den Ring schickt oder innerhalb von Sekunden eine vollkommen zerlegte Leiche wiederbelebt? Eben.


Was bleibt da also noch übrig? Eine Kopie, die von den Schrecken des Verreckens nichts weiß. Kann es denn ein Zufall sein, dass man sich 1Ups verdient, indem man hundert Münzen sammelt? Natürlich nicht, denn 100 Münzen kostet einmaliges Klonen. Kann es Zufall sein, dass 1Ups früher auch "Guys" genannt wurden? Natürlich nicht, das spielt direkt darauf an, dass es sich eben nicht um ein und denselben Hauptcharakter handelt, sondern nur um genetisch identische Personen. Kann es Zufall sein, dass man bei einem Neustart immer direkt beim Checkpoint, zwischen diesen beiden ominösen Pfählen, beginnt, anstatt nur in der Nähe? Natürlich nicht, denn das sind externe Teleportstationen, wo der frisch aufgeweckte, neue Mario hingebeamt wird.

Letztendlich stellt sich eigentlich nur die Frage, wer die Kopiervorgänge in Auftrag gibt. Ich gehe ja mal von Dr. Mario aus. Es ist ohnehin schon irritierend genug, dass der Kerl genau so aussieht wie der normale Mario - wahrscheinlich ist er das Original und er schickt seine Doppelgänger immer hinaus in die Welt, um die Helden-Drecksarbeit zu erledigen. Und dann hat er eine Affäre mit Peach, wovon keiner weiß, weswegen sie den normalen Mario auch nie richtig zum Zug kommen lässt. Mann. Das rückt so viele Spiele in ein vollkommen neues Licht der Verschwörung. Rian
17.05.2010 | Rian | Spielosophie
3 Kommentare
» Kommentare
Nex am 17.05.2010 um 16:47 Uhr
Das Bild ist auch ganz großartig! In den Abgründen des Pilzkönireichs stapeln sich die Mario-Klonleichen, das ist doch harmonisch!

Es könnte doch aber auch sein, dass beim Tod nicht ein Klon losgeschickt wird, sondern dass das Spiel einfach ein Paralleluniversum lädt, indem Mario an dieser Stelle eben noch nicht gestorben ist. Und irgendwann gibt es eben keine neuen Paralleluniversen mehr, in denen an einem bestimmten Punkt der Mario noch nicht tot ist. Dann ist das Spiel wirklich zu Ende!
Ralle am 17.05.2010 um 22:42 Uhr
Noch gruseliger ist es ja fast, wenn man in diese Theorie noch Luigi mit einbezieht. Hat Luigi (als Marios heimlicher Bruder) diese ganze Prozedur schlicht und einfach nachgemacht und ganz billig geklaut? Oder ist es ein mutierter Mario-Klon? Oder hat Mario gar sich selbst grün angemalt,sich anschließend ein wenig auf die Streckbank gelegt, und sich dann nochmal geklont, nur um vorgeben zu können, einen "großen" Bruder zu haben, damit er dann nachträglich beim baggern immer im Rampenlicht stehen kann...?
Nex am 17.05.2010 um 23:10 Uhr
"Verdammt, er ist schlank und grün... sagen wir einfach, es ist sein Bruder! Und hoffen wir, der nächste Klon wird besser."
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