Sorcery Gewinnspiel!
Dunkle Allianz
Core und Casual, Hand in Hand
Ich mag Revolutionen in der Videospielebranche, die bringen ordentlich pep in die ganze Sache. Ich war damals beim Fake-Video vom Nintendo On vollkommen mitgehypet, ich finde den stetigen Wechsel zu digitalen Medien (mal abgesehen von den fehlenden Boxen im Regal) klasse und ich habe ja schon selbst in voller Breite über den bevorstehenden großen Generationswechsel durch Headtracking fantasiert. Heute nehme ich mich mal eines anderen Themas an, das gerne tabuisiert wird, und zwar der Idee, Hardcore- und Casual-Spieler endlich mal richtig zusammen zu bringen.

Führen wir das Ganze mit einer kleinen Definition zu beiden Gruppierungen ein, nur damit wir mit denselben Begriffen arbeiten. Diese Festlegung muss jetzt nicht unbedingt hundertprozentig akkurat und allumfassend sein, aber es soll für unsere Zwecke reichen: Hardcore-Gamer sind jene feinen Gesellen (und hin und wieder Gesellinnen), die sich über Spiele informieren, im Vorfeld überlegen, wie sie ihr Geld für welche Games ausgeben, sich auch gerne einmal obskure Titel zulegen, die bei Karstadt hinter mehreren Mainstream-Einheiten versteckt liegen, beim Media Markt und Saturn als allererstes die Pyramide ansteuern, irgendwann einmal Teil eines Plattformkrieges waren und genug Spiele eines Genres gespielt haben, um in andere Ableger derselben Art ohne große Einspielzeit hineinfinden.
Casual-Gamer sind zur Vereinfachung in etwa das Gegenteil: Sie spielen vor allem Browser-Games, packen nur Titel an, die präsentabel in einem Regal stehen oder sehr, sehr günstig sind, haben höchstens nur eine Konsole, die lediglich angeschmissen wird, wenn ihnen wirklich langweilig ist, und ein Spiel nicht durchzuspielen oder die Unkenntnis von gewissen Spielen als "Wissenslücke" bedeutet für sie keine Verletzung der Ehre.

Casual-freundlich? Eh...

So, da wir nun die Basis gelegt haben, wollen wir folgende Frage erörtern: Wie bringen wir die beiden Arten zusammen? Noch besser: Wie machen wir aus den Softies ganze Kerle? Wir reden hier schließlich von vollkommen unterschiedlichen Welten! Hardcore-Gamer spielen Dead or Alive bis zum Kotzen, schnetzeln sich durch No More Heroes, genießen die simple Komplexität eines Shadow of the Colossus oder geben sich bei Halo online gegenseitig die Kugel.
Casual-Gamer dagegen trifft man vor allem auf dem PC vor Plants vs. Zombies oder irgendwelchen Facebook-Spielen, vor Wii oder dem DS, wo man ihnen mit irgendwelchen Mario-Spielen, Tetris oder mit Little Big Planet auf der PS3 entgegen kommen kann, aber seien wir Hartkerner doch mal ehrlich: Immer nur Mario Kart spielen ist doch auch irgendwann zum Würgen und sich bei Soul Calibur IV wohlwollend von Buttonmashern verprügeln zu lassen zeugt zwar von Charakter, aber der epische Battle ist das nicht gerade - und Hardcore-Gamer lechzen nach Epicness fast genau so sehr wie... Wikinger! Da kann selbst die Wii als "Familienkonsole" nicht viel machen, denn eine Familie würde auch den Otto-Normal-Zocker enthalten und dem wäre nach der dritten Partie Wii Sports langweilig.

...Eeeeehhhh...

Was machen wir also als Hartkerne, die zwar irgendwie gerne mit Freunden und Familie spielen möchten, man sich aber nicht auf deren Skilllevel hinablassen will und weiß, dass sie mit den eigenen Spielen eine ganze Weile überfordert sein würden? Man spielt mit ihnen Hardcore-Spiele, lässt sie aber einfach nicht sterben. Enter Sin and Punishment 2:
Nex hat ja bereits über das Spiel geschrieben und nur bedingt viele Wörter zum Ko-Op verloren, bei dem der zweite Spieler zwar schießen kann, allerdings selbst nicht auf dem Spielfeld erscheint, somit nicht verletzt werden kann und nur eine Support-Rolle einnimmt. Im Grunde genommen spielt der erste Spieler ganz normal die Kampagne durch, aber er hat einen Schutzengel an seiner Seite, der ab und zu eine übersehene Rakete im Anflug wegballert. Dieses Konzept finde ich großartig! Wann immer ich nämlich mit einem Weichkern zusammen gespielt habe, war dieser am meisten davon abgetörnt, dass er ständig draufgegangen ist - da kann man unendlich viele Leben haben, abkratzen ist und bleibt deprimierend, da kann man jeden fragen.
Sehen wir die Sache doch mal so: Fast jedes Spiel mit Single-Player- oder von mir aus Multiplayer-Modus kann in irgendeiner Weise Unterstützung durch einen zweiten, relativ passiven Kameraden implementieren. Helden in einem Schnetzel-Beat 'em Up bekämen einen schwächlichen Kumpel, den die Gegner nicht angreifen, der aber zum Beispiel Feinde kurz lähmen könnte. In Egoshootern könnte ein zweiter Spieler durch Minigames die Funktion eines Bewegungsmelders oder Radars erweitern oder er kann in einem kleinen Fenster ein paar Meter vorauskundschaften oder den Rücken des Spielers im Auge behalten. Ein Motorrad in einem Rennspiel könnte einen Beiwagen haben, bei dem sich das Kurvenverhalten verbessert, wenn sich der Beisitzer zur rechten Zeit aus dem Fahrzeug lehnt. Da gibt es eine Hülle und Fülle an Möglichkeiten, die sich in beliebigen Genres ohne große Schwierigkeiten verwirklichen lassen, dem Hardcore-Spieler das Spiel sinnvoll erleichtern und den Casual-Spieler nicht frustrieren.

Schon besser! Sieht zwar nicht so aus, ist aber deutlich besser!

Und man stelle sich nur vor: Am Ende sagt der Casual-Freund, er würde auch gerne mal normal spielen, weil ihn das interessiert und er denkt, er wüsste durch Zuschauen so langsam, wie das alles funktioniert! Wäre das nicht Wahnsinn? Also, liebe Spieleentwickler: Macht mehr Ko-Op-Modi wie in Sin and Punishment 2! Vor allem für Online-Spiele stelle ich mir das witzig vor und das Schwarz-Weiß-Denken würde ein Ende finden. Glorreiche Harmonie! Ebony and Ivory! Gogogo! Rian
11.05.2010 | Rian | Hardcore-Casual-Diskussion
2 Kommentare
» Kommentare
Evil am 11.05.2010 um 14:48 Uhr
Erinnert mich auch irgendwie an den "Coop" in Super Mario Galaxy. Da kann einer auch mitspielen und fröhlich Gegner abballern, während sich der Core-Gamer um den frustrierenden Part wie´Sprungpassagen kümmert.
Nex am 11.05.2010 um 16:13 Uhr
Für meinen Geschmack ist der "Coop" bei Mario Galaxy schon wieder zu sehr abgespeckt. In SIn and Punishment bewegt sich eh alles automatisch, da ist es nicht schlimm, dass es für den zweiten Spieler keine Bewegungskontrolle gibt. Aber bei Mario ist Spieler 1 völlig frei in seinen Entscheidungen (In welches Level steige ich ein? Wohin gehe ich? In welche Richtung blicke ich?). So ist die Schwelle vom "richtigen" Spielen zum Mitgedaddel einfach viel größer und bietet dem Mitspieler auch keinen großen Lernvorteil, falls er mal als erster Spieler in Mario einsteigen möchte.
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