Beat Hazard
Audio Wars
Es sollte mittlerweile allgemein bekannt sein, dass ich auf Dual Stick-Shooter stehe. Als ich beispielsweise im März Besuch bekommen habe, wird so manch Schelm meinen, dass ich primär Borderlands gezockt habe. Das stimmt nicht! Stattdessen hatte ich geschwind einen Bot programmiert, der sich Lootkisten suchte und wenn er keine fand einfach anfing Sachen zu punchen. Und während sich Nex und Co. über mein Lootverhalten aufgeregt haben, war ich stattdessen beschäftigt in Geometry Wars 2 irgendwelche russischen Rekorde in neunstelliger Höhe zu schlagen. Daher kann es schon fast als Wunder betrachtet werden, dass ich erst jetzt auf das 2009 erschienene Xbox Live Indie Game Beat Hazard gestoßen bin!


Beat Hazard wagt es, gleich zwei süchtig machende Spiele zu kombinieren: Auf der einen Seite ist es ein Geometry Wars-Klon, auf der anderen Seite ist Musik, EURE Musik, wie bei Audiosurf direkt ins Spiel integriert. Zum einen bestimmt eure Musik beispielsweise die Länge des Levels: ein locker-flockiger Pop-Song sorgt für kurzen Spielspaß, ein Progressive Rock-Titel, der gerne mal die 10-, 20-, 30- oder 60-Minuten Marke knackt, stellt einen Marathon dar. Andererseits hat eure Musik auch direkten Einfluss auf das Gameplay. Wenn gerade eine leise Phase im Lied ansteht, dann wird euer Raumschiff auch merklich schwächer. Kracht es hingegen, dann fetzt auch euer Laser gerne die Gegner in Stücke. Auch wie und was für Gegner spawnen hängt von der Musik ab, sodass sich jedes Lied komplett anders spielt.

Schließlich agiert das Spiel auch als eine Art Visualizer. Gerade bei heftigen Songpassagen, gepaart mit Massen an Gegnern, geht auf dem Bildschirm extrem die Post ab. Flackernde Lichter in Regenbogenfarben sind durchaus hübsch anzusehen, aber selbst mir als Geometry Wars-Veteran geht da teilweise der Überblick flöten. Bis man sich an das Chaos gewöhnt hat, wird man so einige Male das eigene Raumschiff aus dem Blickfeld verlieren, nur um es dann Sekundenbruchteile später als Schrotthaufen wiederzusehen. Zudem kann das Spiel auch gerne mal die Augen etwas anstrengen. Einer der wenigen Titel, bei denen selbst für Hardcore-Gamer gelegentliche Pausen wirklich nötig sind, um die Sehorgane etwas auszuruhen.


Ganz die große Auswahl bei den Spielmodi hat Beat Hazard dafür leider nicht. Es gibt nur die Möglichkeit einzelne Songs oder ganze Alben, alleine oder im lokalen Multiplayer, zu spielen. Weitere Spielmodi entfallen. Genauso wie es nur eine geringe Anzahl von Gegnertypen gibt. Es war mal geplant, zumindest die Boss-Gegner je nach Song unterschiedlich aussehen zu lassen, sodass man bei jedem Lied einen anderen Obermotz fetzen darf, aber dafür ist dem Entwickler dann leider doch nicht genügend Zeit geblieben.

Beat Hazard erlaubt es, eure Musik auf neuen Wegen zu erfahren, und entfaltet dabei ähnliches Suchtpotential wie Audiosurf. Oft hört ihr einen Song und wollt ihn dann gleich im Spiel ausprobieren, um zu schauen, was für eine Herausforderung er wohl so darstellt. Dadurch wird das Spiel auch noch lange nach dem Kauf sicher mal wieder ausgepackt werden. Schade nur, dass es keine Leaderboards gibt. Da fehlt dann im Endeffekt der letzte Kick, denn was gäbe es schöneres, als seine Scores bei bestimmten Songs mit Freunden vergleichen zu können? Holt euch aber bitte die Xbox 360-Version. Das Spiel ist zwar auch auf dem PC per Steam erhältlich, kostet dort aber glatt das Doppelte! Evil
28.04.2010 | Evil | Indie
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