WWE Smackdown vs. Raw 2010
Diesmal ohne Hulk Hogan! ;_;
Das letzte Mal, als ich über ein Spiel der Smackdown-Reihe schrieb, war es ein fast tausendwörtiger Beitrag in einem Forum, wo ich mich ausführlich darüber ausließ, dass die Serie grafisch jeglichen Standards hinterherhinkte, man ständig gute Spielmodi entfernte, durch weniger gute ersetzte und insgesamt konstatiert werden kann, dass THQs Wrestler im Endeffekt jedes Jahr weniger Neuerung hervorbrachte als die jährlichen Fussballspieleupdates. Das war vor fast einem halben Jahrzehnt und als Resultat tat ich das einzig Richtige: Ich ignorierte die Serie ein paar Jahre!

Smackdown vs. Raw 2010 markiert meinen Rückkehr zu einer Reihe, die früher zu meinen liebsten Multiplayerspielen gehörte. Und gleich zu Anfang gab es eine positive Überraschung: statt eines schnöden Menüs erwartet den Spieler nach dem Startbildschirm eine Trainingsarena. Dieses von ]FIFA popularisierte System - den Spieler, ohne ein Match zu beginnen, sich einfach schon in die Spielmechanik reinfummeln zu lassen - ist gerade für Sportsimulationen optimal geeignet.
Auch ein Tutorial ist in der Trainingsarena verfügbar, aber durch einen Druck auf den Startknopf kommt man dann doch in das normale Hauptmenü.


Im Grunde ist das Gameplay ziemlich unverändert geblieben. Die Steuerung ist altbekannt, genauso wie das schon aus dem N64-Prügler WWF No Mercy bekannte Griffsystem. Mit dem Stick kann man schnelle, leichte Griffe ausführen, in Kombination mit einer Schultertaste kann man etwas langsamere, dafür stärkere Griffe anbringen. Dazu gibt es noch die Möglichkeit Schläge auszuführen, sowie mit der Umgebung zu interagieren.

Eine große Veränderung stellt das Ability-System dar: jeder Charakter kann bis zu sechs Fähigkeiten haben. Das reicht von athletischen Skills, wie der Möglichkeit von den Seilen spektakuläre Manöver auszuführen, besonders harte Strikes durch gedrückt halten des Schlagknopfs zu setzen, bis hin zum Klauen des gegnerischen Finishingmoves. Das sorgt für eine gelungene Balancierung, so dass Schwergewichte nun nicht plötzlich die totale Megaakrobatik hinlegen, die physikalisch ohnehin dafür sorgt, dass Newton sich in seinem Grab umdreht, oder ein kleiner Zwerg mit brutalen Punches jeden umhaut.


Mittlerweile hat sich aber besonders für kreative Spieler viel getan. War es schon fast immer ein Markenzeichen der Wrestlingspiele, dass man sich in mächtigen Editoren quasi jeden vorstellbaren Charakter bauen und mit personalisierten Movesets ausstatten konnte, ist in Smackdown mittlerweile so viel mehr möglich. Eigene Finishingmoves sind genauso an der Tagesordnung wie sogar eigene Storylines, die dann von anderen Spielern nachgespielt werden können. Selbst die Kleidung der originalen Wrestler könnt ihr mittlerweile modifizieren. Ihr braucht euch also nicht wundern, wenn ihr im Endeffekt mehr Zeit mit all den Editoren verbringt als in irgendeinem anderen Modus.

Neben vielfältigen Matchmodi gibt es auch dieses Jahr die gewohnte Singleplayererfahrung in Form des Storymodus, "Road to Wrestlemania" genannt. Diesen Modus kann man auf ein paar Charaktere zugeschnitten spielen, außerdem gibt es noch eine Geschichte für erstellte Charaktere. Dank Synchronstimmen der Wrestler sind die Storylines ganz nett zu spielen, vorausgesetzt man hat kein Problem mit dem typischen WWE-Niveau.


Die Präsentation ist gelungen, auch wenn man damit leben muss, dass das Spiel meistens nach Launch schon hoffnungslos veraltet ist -- und mit jedem Monat, in der die WWE-Geschichte im Fernsehen weitergesponnen wird, mehr und mehr zurück bleibt. Grafisch hingegen mangelt es -- teilweise sieht man noch immer Animationen aus PS2-Zeiten und die Charaktermodelle, auch wenn sie detailliert sind, wirken einfach zu plastisch. Hier darf man sich wirklich fragen, wieso ein Pro Evolution Soccer oder die NBA-Spiele es schaffen, Akteure mit einer Anzahl im zweistelligen Bereich mit fast realitätsnahem Aussehen darzustellen, während Smackdown mit im besten Fall nur drei Figuren hinterherhinkt.

Smackdown vs. Raw 2010 scheint mir richtig gut geworden zu sein. Es kann natürlich daran liegen, dass ich ein paar Teile geskippt habe, aber trotz des nicht stark veränderten Gameplays wirkt der Titel frisch. Falls sich Smackdown treu geblieben ist, dürfte das Spiel allerdings kein must buy für Besitzer des Vorgängers sein, aber alle anderen Wrestlingfans, sowie Leute, die mal auf eine andere Art von Beater stehen, bei dem der Spaß nicht nach dreißig Sekunden vorbei ist, dürfen sich gerne in den viereckigen Ring stürzen. Evil
13.04.2010 | Evil | In-Game
2 Kommentare
» Kommentare
Nex am 13.04.2010 um 22:19 Uhr
Ich fand früher ja die Backstage-Kämpfe am besten!
ARSCH (Gast) am 28.01.2012 um 12:20 Uhr
ARSCH
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