Sorcery Gewinnspiel!
God of War 3
Der zweitcoolste Spartan der Welt!
Christliche Mythologie suckt. Bis auf Gott, der immerhin mehrere Millionen Menschen teils kaltblütig und auf brutalste Art und Weise ermordet hat, fehlt es ihr einfach an richtig krassen Motherfuckern. Da kann auch Dante's Inferno frei interpretieren wie es will, so viele herausragende Charaktere haben die biblischen Fabelgeschichten einfach nicht. Aber, Gott sei Dank, es gibt ja noch die alten Griechen.


Nehmen wir zum Beispiel Zeus, den Göttervater, der beispielsweise dadurch zu Ruhm gekommen ist, sich in einen Schwan verwandelt zu haben, um dann schön Sodomie zu treiben, indem er arme Mädchen vergewaltigt. In der von den Entwicklern der Sony Santa Monica Studios in Form von God of War weitergesponnenen griechischen Mythologie hat er seinen Sohn Kratos um seine Kraft und den ihm zustehenden Gottstatus betrogen und schließlich sogar dafür gesorgt, dass er aus Versehen Athena, der er im Endeffekt seine Macht zu verdanken hatte, umbringt. Das hat ihn am Ende von God of War 2 dann sogar soweit zum Ragen gebracht, dass er die Titanen befreit hat, um mit ihnen den Olymp zu stürmen. Daher wird am Anfang des dritten Teils auch nicht lange gefackelt: Ihr findet euch auf dem Körper von Gaia wider und klettert den Götterberg hoch, um die Unsterblichen ordentlich aufzumischen. Leider stellt sich schnell heraus, dass der Plan das ein oder andere Element von Fail beinhaltet und landet alsbald wieder gaaanz unten, seiner Kräfte beraubt und auf Rache an seinem Vater aus.

Trotz Sprung auf die Playstation 3 kann man sofort glücklich feststellen: alles ist beim Alten geblieben. Kratos schnetzelt noch immer wie gewohnt mit schnellen und langsamen Attacken, greift Gegner, um sie so richtig zu töten, oder entfesselt die ein oder andere waffenspezifische Magie. Zwischendurch werden noch "in name only"-Rätsel gelöst, die nie mehr erfordern als das Verschieben von Kisten oder belangloses Schalterdrücken, und Quick Time Events überstanden, die glücklicherweise darauf verzichten, die gameplaytötenden Controllerwackelfunktionen des Dualshock 3 in Anspruch zu nehmen.

Ritsch-ratsch, Kopf ab!

Das Hauptmotiv der Rache macht sich besonders beim Level Design bemerkbar. Eigentlich alle Areale sind düster gestaltet und für jeden Gott, den man ausschaltet, weil er sich in den Weg von Kratos' Genugtuung gestellt hat, bricht ein bisschen mehr Chaos und Verderben über das Land aus. Gegen Ende scheint die Sonne nicht mehr, alle Blumen gehen ein und selbst die Toten versagen ihrer ewigen Ruhe. Dies sorgt für eine passende Atmosphäre, aber andererseits vermisst man als Veteran der ersten zwei Teile die malerische Idylle des alten Griechenlands.

Was wohl passiert, wenn ihr bei dieser barbrüstigen Dame den Kreis-Knopf drückt?

Ansonsten sind aber die Spielstätten absolute Highlights. Egal ob man eine riesige Kette, die mehrere hundert Kilometer lang ist, auf- und abfliegt, sich ein an Cube erinnerendes Labyrinth zusammenpuzzelt, um es dann zu durchqueren, oder sich auf riesigen Titanenkörpern fortbewegt: ein Höhepunkt folgt dem nächsten. Da können sich auch die Bosse, beispielsweise verschiedene Götter wie Hades oder Poseidon, durchaus sehen lassen. Teilweise gehen die Kämpfe über mehrere Stufen, die Endgegner variieren ihre Kampftaktiken und jeder Kill wird besonders aufwändig und spektakulär in Szene gesetzt. Selbst die göttlichen Fußsoldaten, neue wie alte, sind herausfordernd mit ihrem einen oder anderen Ass im Ärmel. So zum Beispiel die Chimäre, ein Mischwesen aus Schlange, Greif und Löwe -- und jedem dieser Drittel muss man einzeln beikommen, um das Vieh platt zu kriegen. Darum ist es leicht enttäuschend, dass ausgerechnet das Duell mit Zeus nicht ganz in der selben Liga wie die epischen Endkämpfe der Vorgänger spielt. Man hatte den Eindruck, dass den Entwickeln langsam aber sicher doch die Ideen ausgingen, wie man das bisher geschaffene noch toppen soll, und haben einfach aufgegeben.

Leider hat man aber auch die alten Schwächen der Serie mitportiert. Die Kamera, die nicht vom Spieler steuerbar ist, sondern immer eine möglichst cineastische Perspektive zu bieten versucht, kommt einem gelegentlich in die Quere. Im Kampf kann man das zwar noch kompensieren, aber bei den Sprungsequenzen führt die schlechte Kamera leider schnell zum Game Over. Außerdem ist die Spielzeit mit knapp über zehn Stunden im Vergleich zu den Vorgängern, die sich bei fast fünfzehn eingependelt hatten, etwas kurz.

Doch trotz dieser Nichtigkeiten ist es den Entwicklern gelungen, die Trilogie insgesamt auf einem Hoch zu beenden... Man es hat im Verlauf der Story des dritten Teils geschafft, Kratos eine leichte Charakterentwicklung durchmachen zu lassen, die ihm auch ein paar gute Charakterzüge verpasst, aber dabei nicht aus ihm plötzlich ein Weichei macht. Kratos bleibt der grausame Massenmörder, der, egal ob bei Monster oder Mensch, keine Gnade zeigt und gerne zur Abwechslung Unzucht treibt -- in diesem Teil übrigens nicht nur mit Menschen. So kommt es bei God of War 3 zu einem guten Abschluss, der sich selbst treu bleibt, aber dennoch ein würdiges und zufriedenstellendes Ende für den Spieler und natürlich auch Kratos darstellt. Evil
02.04.2010 | Evil | In-Game
1 Kommentar
» Kommentare
Rian am 01.05.2010 um 14:12 Uhr
Ich war irgendwie enttäuscht von dem Spiel. Es ist einfach die Luft raus. Kratos' Rachefeldzug ist inzwischen so dermaßen ungerechtfertigt, dass ich mehrmals mittendrin "Ne... ist gut jetzt. Weißt du, ich will Zeus gar nicht mehr verhauen. Der ist zwar ein Arsch, aber längst nicht der Böse." sagen und einfach aufhören. Dann dachte ich mir aber, dass ich die Trilogie jetzt einfach beenden müsste, komme was wolle. Naja, und die Gewaltdarstellung ist inzwischen auch einfach... zu viel. Und die Grafik ist nicht toll. Mit einigen Abstrichen hätte man das Spiel auch locker für die PS2 rausbringen können, puncto Spielmechanik hat sich ja schließlich nichts getan, was auf der PS3 nicht machbar gewesen wäre.
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