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Trauriges aus der Kindheit
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Es war das beste Spiel der Welt, das war mir schon klar, als ich zum ersten Mal ein Video von Ocarina of Time auf einer guten, alten Promokassette gesehen hatte, die man damals noch in jeder gut-sortierten Spielwarenabteilung, genau wie die Club Nintendo-Magazine, zugesteckt bekam. Darum begann ich früh mir den Hype-Orden für virales Marketing zu verdienen, indem ich alle meine Freunde auf den Release DES Spiels vorbereitete. Irgendwann war das Spiel erschienen, die Rekordwertungen abgesahnt und mein persönlicher Hypemeter auf über 9000 angekommen, als sich auch mein Geburtstag ankündigte. Es gab nur ein mögliches Geschenk.
Da erwartete mich der erste, kleine Schicksalsschlag. Wir gingen einige Tage vor meinem Geburtstag abends in die Stadt und kauften es, das letzte Exemplar im Laden -- und zu Hause durfte ich es nicht spielen. Es war ja noch gar nicht mein Geburtstag und ich sollte mich doch gedulden. Eltern...
Dann kam schließlich der Tag meiner Geburt, ein Freitag, und auch der zweite Schicksalsschlag ließ nicht auf sich warten. Nachdem ich tapfer mehrere Tage ausgehalten hatte, war es nämlich der Wunsch meiner Eltern, dass ich ein bisschen vor der Haustür ausharren sollte -- obwohl ich den Hausschlüssel hatte, weil meine Eltern es nicht so toll fanden, wenn meine Freundesbande unbeaufsichtigt in der Wohnung ihr Unwesen treiben würde. Es war der letzte Schultag und mein Geburtstag und das beste Spiel aller Zeiten wartete auf mich und ich sollte mich gedulden? Das ging genau zwanzig Minuten gut, dann ließ ich meine Freunde vor der Tür warten, ging in die Wohnung und steckte es rein. Ein magischer Moment, der genau bis zu dem Moment, als ich das Kokiri-Schwert fand, anhielt. Denn dann kamen meine Eltern nach Hause und waren ganz und gar nicht erfreut. Ich war mir zwar keiner Schuld bewusst, meine Freunde hatten keinen Fuß in die Wohnung gesetzt, aber das rettete mich nicht vor der Strafe: Zeldaverbot. An meinem Geburtstag. Wir durften stattdessen Banjo & Kazooie spielen. Dazu hatten meine Eltern einen perversen Sinn von Gnade, denn als abends nur noch ein Freund da war und auf seine Eltern wartete, durfte doch noch Zelda gespielt werden. Von meinem Freund, und ich durfte ihm zugucken. An diesem Abend ging ich sehr früh schlafen.
Am nächsten Tag, einem Samstag, spielte ich wohl so lange wie nie zuvor: Die ganzen Ferien bestanden zu einem großen Teil aus Zelda-Spielen, Leuten beim Zelda-Spielen zugucken oder über Zelda reden. Das ging so lange gut, bis ich auf dem Weg zum 5. und letzten Tempel, dem Schattentempel, war. Um sich den Zugang zu diesem Dungeon zu erspielen muss man, ohne erwischt zu werden, durch ein Gerudo-Camp schleichen. Und ich, der Typ, der ein paar Jahre später Splinter Cell auf härtestem Schwierigkeitsgrad ohne auch nur einen unnötigen Kill durchspielt, bekam es einfach nicht hin.
Ein Freund, der von meinem Frust mitbekommen hatte, nutzte dann das aus, um sich das Spiel von mir auszuleihen. "Nur für 'ne Woche!", meinte er. Als ich dann das Spiel bekam, erwartete mich der dritte Schicksalsschlag. Mein Spielstand, der Spielstand, in den ich sicher fast fünfzig Stunden investiert hatte, der existierte nicht mehr. Anstelle dessen war da nun ein Spielstand eines "Illi". Wer zur Hölle war Illi? Und wieso konnte diese Person nicht einen der Spielstände löschen, die weniger weit waran? Oder am Besten gar keinen Spielstand? Irgendwann erfuhr ich dann, dass Illi für seinen Freund Illjitsch stand, bei dem er das Spiel mit hatte am Wochenende und er hatte ihm wohl gesagt, dass er "irgendeinen" Spielstand löschen soll.
Meine Rache kam, als ich mir dann sein Worms Armaggedon auslieh und seinen Spielstand löschte. Natürlich sind die paar freigespielten Waffen nicht zu vergleichen mit einem Zelda-Spielstand, weswegen die Gerechtigkeit keinen wirklich süßen Beigeschmack hatte. Im Endeffekt spielte ich Zelda nie wirklich durch. Ich holte zwar irgendwann den Endkampf nach, aber den letzten Tempel erlebte ich nie. Aber nach dieser Erfahrung bin ich doch sehr froh darüber, dass wir mittlerweile in einem Zeitalter angekommen sind, an dem die Spieldaten nicht mehr auf dem Spiel gespeichert werden und Ausleihen, zumindest für mich, nicht mehr mit einem mulmigen Gefühl verbunden ist, ob denn meine Speicherplätze unbeschadet ihren Weg zu mir zurück finden. Evil
Da erwartete mich der erste, kleine Schicksalsschlag. Wir gingen einige Tage vor meinem Geburtstag abends in die Stadt und kauften es, das letzte Exemplar im Laden -- und zu Hause durfte ich es nicht spielen. Es war ja noch gar nicht mein Geburtstag und ich sollte mich doch gedulden. Eltern...
Dann kam schließlich der Tag meiner Geburt, ein Freitag, und auch der zweite Schicksalsschlag ließ nicht auf sich warten. Nachdem ich tapfer mehrere Tage ausgehalten hatte, war es nämlich der Wunsch meiner Eltern, dass ich ein bisschen vor der Haustür ausharren sollte -- obwohl ich den Hausschlüssel hatte, weil meine Eltern es nicht so toll fanden, wenn meine Freundesbande unbeaufsichtigt in der Wohnung ihr Unwesen treiben würde. Es war der letzte Schultag und mein Geburtstag und das beste Spiel aller Zeiten wartete auf mich und ich sollte mich gedulden? Das ging genau zwanzig Minuten gut, dann ließ ich meine Freunde vor der Tür warten, ging in die Wohnung und steckte es rein. Ein magischer Moment, der genau bis zu dem Moment, als ich das Kokiri-Schwert fand, anhielt. Denn dann kamen meine Eltern nach Hause und waren ganz und gar nicht erfreut. Ich war mir zwar keiner Schuld bewusst, meine Freunde hatten keinen Fuß in die Wohnung gesetzt, aber das rettete mich nicht vor der Strafe: Zeldaverbot. An meinem Geburtstag. Wir durften stattdessen Banjo & Kazooie spielen. Dazu hatten meine Eltern einen perversen Sinn von Gnade, denn als abends nur noch ein Freund da war und auf seine Eltern wartete, durfte doch noch Zelda gespielt werden. Von meinem Freund, und ich durfte ihm zugucken. An diesem Abend ging ich sehr früh schlafen.
Am nächsten Tag, einem Samstag, spielte ich wohl so lange wie nie zuvor: Die ganzen Ferien bestanden zu einem großen Teil aus Zelda-Spielen, Leuten beim Zelda-Spielen zugucken oder über Zelda reden. Das ging so lange gut, bis ich auf dem Weg zum 5. und letzten Tempel, dem Schattentempel, war. Um sich den Zugang zu diesem Dungeon zu erspielen muss man, ohne erwischt zu werden, durch ein Gerudo-Camp schleichen. Und ich, der Typ, der ein paar Jahre später Splinter Cell auf härtestem Schwierigkeitsgrad ohne auch nur einen unnötigen Kill durchspielt, bekam es einfach nicht hin.
Ich konnte nie so ungestört mit den Gerudo-Damen plauschen...
Ein Freund, der von meinem Frust mitbekommen hatte, nutzte dann das aus, um sich das Spiel von mir auszuleihen. "Nur für 'ne Woche!", meinte er. Als ich dann das Spiel bekam, erwartete mich der dritte Schicksalsschlag. Mein Spielstand, der Spielstand, in den ich sicher fast fünfzig Stunden investiert hatte, der existierte nicht mehr. Anstelle dessen war da nun ein Spielstand eines "Illi". Wer zur Hölle war Illi? Und wieso konnte diese Person nicht einen der Spielstände löschen, die weniger weit waran? Oder am Besten gar keinen Spielstand? Irgendwann erfuhr ich dann, dass Illi für seinen Freund Illjitsch stand, bei dem er das Spiel mit hatte am Wochenende und er hatte ihm wohl gesagt, dass er "irgendeinen" Spielstand löschen soll.
Meine Rache kam, als ich mir dann sein Worms Armaggedon auslieh und seinen Spielstand löschte. Natürlich sind die paar freigespielten Waffen nicht zu vergleichen mit einem Zelda-Spielstand, weswegen die Gerechtigkeit keinen wirklich süßen Beigeschmack hatte. Im Endeffekt spielte ich Zelda nie wirklich durch. Ich holte zwar irgendwann den Endkampf nach, aber den letzten Tempel erlebte ich nie. Aber nach dieser Erfahrung bin ich doch sehr froh darüber, dass wir mittlerweile in einem Zeitalter angekommen sind, an dem die Spieldaten nicht mehr auf dem Spiel gespeichert werden und Ausleihen, zumindest für mich, nicht mehr mit einem mulmigen Gefühl verbunden ist, ob denn meine Speicherplätze unbeschadet ihren Weg zu mir zurück finden. Evil
Rian am 03.03.2010 um 13:43 Uhr
Das Gameboy-Spiel Link's Awakening ist übrigens verflucht. Ich habe das Spiel damals von einem Freund ausgeliehen und es hat mein Zimmer nie verlassen. Trotzdem ist es verschwunden! Wir konnten es nicht finden, selbst als wir umzogen! Irgendwann hat er es sich neu gekauft und mir noch mal geliehen. ES VERSCHWAND SCHON WIEDER! Und als ich es mir mal selbst kaufte, besaß ich es auch keinen Monat, bevor es weg lief. Ich habe mein Leben lang nie etwas verloren, was mir geliehen wurde, abgesehen von diesem Zelda-Spiel!
Damien am 03.03.2010 um 15:05 Uhr
Savegames auf Modulen waren toll! Mir ist beim Ausleihen solcher Spiele aber auch schon das eine oder andere Malheur passiert. Gerade bei den alten SNES-RPGs war das sehr ärgerlich, wenn auf einmal der Lv.99-Speicherstand verschwunden war.
Nex am 03.03.2010 um 18:03 Uhr
Ich finde die Gnade deiner Eltern sehr herrlich xD
AsgarZigel am 22.03.2010 um 20:30 Uhr
@ Rian: omg, du hast recht... mein Links Awakening Modul verschwand auch spurlos oO
Anonsten ist Zelda allgemein cool... aber du hast den höllischen WASSERTEMPEL garnicht erwähnt D:
Anonsten ist Zelda allgemein cool... aber du hast den höllischen WASSERTEMPEL garnicht erwähnt D:
Rian am 22.03.2010 um 23:28 Uhr
WAS? Ich wette, es gibt auf der Welt irgendwie nur tausend Stück oder so und die werden immer wieder auf's Neue verkauft.
BMeister am 26.03.2010 um 00:02 Uhr
@Author (Evil):
Ich weiß, dass niemand Klugscheißer mag und es hat vor allem nichts mit der wirklich netten Geschichte zu tun, ABER ... Der erwähnte Tempel ist der Geistertempel.
Ab davon bin ich absoluter Zelda-Fanboy und dieses Spiel ist bis heute mein All-Time-Favorite.
Ich weiß, dass niemand Klugscheißer mag und es hat vor allem nichts mit der wirklich netten Geschichte zu tun, ABER ... Der erwähnte Tempel ist der Geistertempel.
Ab davon bin ich absoluter Zelda-Fanboy und dieses Spiel ist bis heute mein All-Time-Favorite.





