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Dante's Inferno
Höllenritt in God of War-Manier
Das hätte der italienische Dichter Dante Alighieri wohl nicht gedacht: Da haben Visceral Games ihm doch glatt die Story von seiner Feder direkt in ein Spiel hinein gemopst! Vor knapp 700 Jahren schrieb er sein berühmtes Werk "Die göttliche Komödie", woraufhin er prompt verstarb - Gottes Werk auf Erden war verrichtet, also was? Jedenfalls geht es darum, dass Protagonist Dante (hat sich selbst zur Hauptfigur gemacht, dieser Lümmel!) in die Hölle hinabsteigt, um seine Geliebte Beatrice aus den Klauen des Teufels zu befreien. Und was wäre da ein besserer Anfang, als den Tod selbst zu verkloppen und ihm die Sense zu klauen?

Und wo wir gerade beim Klauen sind: Dante's Inferno ist der totale God of War-Klon! Angefangen bei grünen und roten Orbs über die Affinität für Blut bis hin zum Kampfsystem mit Magie-Einsatz! Einzig Hauptcharakter Dante lässt eine Unterscheidung zu Sonys Kriegsgott zu, während die Spiele ansonsten zum Verwechseln ähnlich sind. Aber den Dante haben sie mal sowas von verkackt! Er weint die ganze Zeit herum, dass er seine Beatrice wieder haben möchte. Und schaut euch den doch mal an! So ein Bubi! Gegen Kratos sieht er aus wie ein Hänfling! Man möchte ihm gleich Himbeersaft mit warmer Milch bestellen! Da hilft es auch nicht, dass er sich dieses alberne Kreuz auf die Hühnerbrust genähnt hat. Das ist doch emo! Ich meine, die scheiß Haut von Kratos ist aus Asche seiner toten Familie. AUS VERDAMMTER ASCHE! SEINER TOTEN FAMILIE! Wie toppt man das? Und dann dieser Sturzhelm... hat der etwa Angst er bekommt auf die Gosche? Oder ist er Epileptiker oder was? Wenn der Lump in die Lava fällt, hilft ihm das jedenfalls nicht!

Kratos (links) und Dante, der alte Jammerlappen

Zurück zum Spiel: Natürlich ist Dante selbst nicht ganz unschuldig daran, dass Beatrice entführt wurde und muss auf seiner Reise durch die Hölle erst mal geläutert werden. Ganz wie in der literarischen Vorlage, muss Dante die neun Höllenkreise hinabsteigen. Diese sind eng verknüpft mit den Todsünden, so gelangt man etwa in die Bereiche der Habgier und der Wollust. Diese Orte beherbergen entsprechende, sündige Seelen, die zu ewigen Qualen verdonnert sind. Nicht mal zwei Wochen Urlaub in der Karibik gibt's von Vadder Teufel! Jedenfalls jammern und schreien alle im Hintergrund und wenn man den weinerlichen Rufen zuhört, kann man feststellen, welches Leid sie beklagen. Und jeder Ort sieht anders aus, so bieten die Höllenkreise beim Spielen eine gute optische Abwechslung (btw: ganz unten ist die Hölle schon zugefroren). Allerdings sind alle neun Kreise der Hölle auch von Feinden bewohnt. In der Wollust wird man beispielsweise von Frauen angegriffen, deren Brüste wild über den Bildschirm wackeln. Damit nicht genug, fahren sie auch noch Tentakel aus ihrem Schritt aus. DAS IST SO KRANK! Übertroffen wird das Ganze nur von dem Endgegner dort. Eine gigantische Frau mit Riesenbrüsten! Und ihre Brustwarzen spucken ungetaufte Babys aus! Die kleinen Biester haben allerdings Klingen anstatt von Armen, also sollte man den Rotzlöffeln nicht zu nahe kommen. Um die Tante zu besiegen, rammt man ihr schließlich ein Messer in den Unterleib. Sicher ist sicher. Wie bei God of War gibt es an jeder Ecke Quick-Time-Events, insbesondere bei solchen Endgegnern. Das ist nach wie vor cool, allerdings variieren die Knöpfe nicht.

Kotze, Kotze, Omnomnom!

Andere Geschichte: Ich laufe so durch das Gebiet der Völlerei und plötzlich kommt da so ein fetter Schwabbel auf mich zu! In jedem Gebiet tauchen nämlich neue, spezielle Feinde auf. Dort waren es die Nimmersatte. Die sind ziemlich behäbig und fressen Schläge ohne Ende. Außerdem speien sie einen Riesenschwall Kotze ins Gesicht, wenn man vor ihnen steht. Da die Viecher so langsam sind, schleiche ich mich also hinter den fetten Klops und schlachte ihn gemütlich ab. Dann plötzlich! Schwabbel beugt sich nach vorne UND KACKT MIR INS GESICHT! Das hab ich in meiner ganze Laufbahn als Gamer noch nicht erlebt!

Während man die ganze Höllengeister auf dem Weg nach unten so abschlachtet, kann man sich stets entscheiden, ob man sie töten oder erlösen möchte und wird dafür mit unheiliger bzw. heiliger Energie belohnt. Der Skilltree teilt sich dementsprechend in zwei Hauptäste und man muss sich gut überlegen, für welche Seite man Punkte sammeln möchte. In einem Spieldurchgang gibt es nicht genug Punkte, um beide Pfade vollständig auszubauen, also muss man abwägen. Die heilige Seite verspricht viele Schutzzauber und Erweiterungen für Licht-Angriffe. Auf der unheiligen Seite winken hingegen die ganzen schönen Sensenkombos und andere fiese Angriffe. Ich muss hier allerdings anmerken, dass man auch ohne die Sensen-Kombos durchkommt, da die heiligen Angriffe auf den höheren Stufen regelrecht übermächtig werden. Dante verschießt Lichtkreuze als Fernwaffe und kann diese später fast pausenlos um sich werfen. Man kann den heiligen Angriff sogar aufladen und dann... KAMEHAMEHA! Awesome.

Großer Boss!

Im gesamten Spiel sind auch überall sündige Seelen von bekannten Persönlichkeiten (z.B. Pontius Pilatus, Orpheus, Friedrich II) versteckt, die man entweder erlösen oder bestrafen kann. Bestrafung geht kurz und schmerzlos, bei der Erlösung muss man zuerst ein kleines Minispiel absolvieren, bei dem Sünden aus allen Richtungen geflogen kommen und per Knopfdruck eingefangen werden müssen. Findet man im Spielverlauf aber drei Beatrice-Steine, so kann man das auch überspringen und stets ohne Umwege erlösen. Zudem gibt es weitere Reliquien, die im Spiel vertsreut sind. Jede einzelne bietet eine andere Fähigkeit (Resistenz gegen bestimmte Angriffe, Verlängerung der Combozeit, usw.). Sie können einfach angelegt werden (anfangs hat man zwei Slots) und sogar bis zu 3 Level aufsteigen, um noch größere Vorteile zu bringen. Viele dieser Reliquien erfordern allerdings ein gewisses Maß an heiliger oder unheiliger Engerie. Da heißt es dann erst mal: Seelen mampfen!


Glücklicherweise gibt es nur wenige Frustmomente und viele faire Checkpoints, auch speichern kann man oft genug. Leider gibt es hier und da aber technische Schnitzer in Dante's Inferno. Während die Steuerung großartig ist (wie schon bei God of War), kann einem die fixierte Kamera die Kämpfe manchmal unnötig erschweren. An einigen Stellen trägt die feste Perspektive allerdings auch stark zur Atmosphäre bei, etwa wenn rausgezoomt wird und man die riesigen Monumente der Hölle in voller Größe erblicken kann. Die Grafik könnte insgesamt jedoch besser sein, Texturen und Beleuchtungen schwächeln an einigen Stellen. Merkwürdig ist auch, dass insgesamt vier der Sequenzen gerendert sind und die restlichen als animierter Comic daher kommen. Ich finde ja, die Technik ist weit genug, um Sequenzen mit der Spielengine zu generieren. Aber wenn gerendert, dann bitte nicht in dubiosen Comic-Stilen. Auf schäbige Standbilder hat man sich zwar nicht beschränkt, aber ganz passen will es trotzdem nicht.

Comic-Stil in Zwischensequenzen - muss das sein? Nein.

Während die Musik wieder super ist, bringt Electronic Arts hier eine fürchterliche Synchronisation auf den Weg. Besonders Dantes Stimme ist langweilig und trocken und die Reime in Gedichten sind übelstes Grundschul-Niveau. Auf deutsch geht das Ganze gar nicht - und wenn man auf englisch umstellt, werden (sowohl auf 360 als auch PS3) die Savegames nicht mehr erkannt, da diese sprachgebunden sind. Mein Tipp: Lieber gleich auf englisch spielen.

Mit einer Spielzeit von rund zehn Stunden ist Dante's Inferno in seinem Genre gut dabei. Als Belohnung gibt es alternative Kostüme und einen zusätzlichen Modus, in dem man gegen mehrere Feindwellen antreten muss. Größeren Anreiz dürfte allerings Neues Spiel PLUS bieten, da man hier von vorne beginnen kann ohne seine bisherigen Skills an der Garderobe abzugeben. Da kann man dann auch beide Skillpfade bis zur Spitze treiben!
Neben dem Wiederspielwert besitzt Dante's Inferno natürlich erst mal auch einen Spielwert. Es hat seine Macken, doch insgesamt hat Visceral Games gute Arbeit geleistet. Im Mindesten ist es der beste God of War-Klon und das Gameplay bekommt von mir hundert Punkte. Von wie vielen? Sag ich nicht. Ich bin aber sehr gespannt auf den geplanten DLC und gebe euch allen Spielerlaubnis! Nex
» Kommentare
Phno am 07.03.2010 um 00:57 Uhr
Ich wills' endlich spielen. Schon seit Februar. >_<
Und hey, Boomer!
Dreed am 07.03.2010 um 12:32 Uhr
geile gegner beschreibung
ich hab mein halbes brötchen ausgelacjt dabei^^
sehr geil^^
Nex am 09.03.2010 um 12:40 Uhr
Und wie es erst mir ging, als ich das alles beim Spielen erlebt habe!
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» Autor: Nex
» Erschienen: 07.03.2010
» Tags: In-Game, Dantes Inferno, ab 18, C-C-C-Combo, BAM!, Visceral Games, Elactronic Arts, 3D, Xbox 360, PS3, OMNOMNOM!, QTE;
 
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