Sorcery Gewinnspiel!
Die Geldfalle
Arcadelove
Noch vor dem Zeitalter des DLCs, welches unschuldigen Leuten wie Jozu das Geld aus den Taschen zog, gab es eine andere, große Abzockmöglichkeiten für Videospieler. Außer hier! Denn in Deutschland konnte kein Jugendlicher unter 18 sein Taschengeld einfach so liegen lassen. Im Ausland ist das aber anders und ich armer Bub hab dort schon einige Erfahrungen gesammelt. Beispielsweise mit 10 Jahren im Parisurlaub bei einem Abstecher nach Disneyland.

Damals war ich noch zu klein, um die meisten Attraktionen alleine zu fahren, und mein Vater hatte schon immer keine große Begeisterung für Höhen jenseits der 1,74m. Und die Fahrgeschäfte, die ich doch hätte genießen können, waren in der Regel mit Wartezeiten jenseits von Gut und Böse verbunden. Ein Glück, dass es dort auch eine Arcade gab, in der ich mich irgendwann für gut zwei Stunden verkroch und unsere Urlaubskasse mal eben sprengte. 150 Franc ärmer war ich um einige Spielerlebnisse reicher. Ein anderes Mal erlag ich der Versuchung auf der Klassenfahrt in Italien. Ich verbrachte meine Tage zwar meistens am Strand, aber eines Abends konnte ich der Spielhalle nicht widerstehen und gab zusammen mit einem Freund gut 50 EUR aus.

Vielleicht mag der ein oder andere den Kopf schütteln, aber für mich war das einfach etwas ganz Besonderes, diese heiligen Hallen der Spiele zu betreten und die dortigen Sachen zu zocken. Denn seien wir mal ehrlich: Arcades boten einem, vor allem damals, Spielerlebnisse, die man sonst nicht haben konnte. Zum Beispiel das Fist of the Northstar-Arcadegame. Drei Platten auf jeder Seite des Bildschirms, die aufklappen und dann geschlagen werden wollen. So etwa wie in Shenmue! Am Anfang ist die Geschwindigkeit noch ziemlich behäbig, man kloppt halt was aufploppt. Aber später muss man dann schon aufpassen, darf manche Platten nicht treffen oder muss einfach mal auf alle sechs einprügeln bis zum bitteren Ende. Ist zwar im Endeffekt nicht viel mehr als DDR mit Fäusten, macht aber verdammt viel Spaß.

Auch hierzu hat Penny Arcade selbstverständlich einen Comic!
Oder, in Begleitung, kann man sich mal an House of the Dead wagen. Nur echt mit Lightshotgun und im abgedunkelten Kabinett mit riesigem Fernseher. Egal ob der 2er mit dämlich-lustiger Synchro und knallhartem Schwierigkeitsgrad oder der einsteigerfreundliche Dreier mit multiplen Wegen. Oder man macht sich an einem der unmöglichen, japanischen Shooter. Ich habe ja allen Ernstes probiert in der Arcade Ikaruga durchzuspielen - wie naiv ich damals war! Oder man schaut einfach mal den Leuten zu, die meistens umzingelt den ganzen Tag die Tanzspiele belegen und dabei solch einen Skill zeigen, dass man sich wirklich fragen muss, ob die nicht auch bei einer richtigen Tanzcompetition mit ihrem Rhythmusgefühl eine Chance hätten.

Doch all diese Erlebnisse machte man in Deutschland nicht. Hier traf man sich zum Zocken und Soziale-Kontakte-Knüpfen als frühpubertärer Gamer maximal im Einkaufszentrum, wo man die neuesten Games anzocken konnte. Und einerseits ist das schon schade, während viele Länder eben eine "Arcade-Kultur" besitzen oder besaßen. Aber andererseits - mit Arcades auch für Minderjährige, von welchem Taschengeld hätte ich mir dann jede Woche die Micky Maus kaufen sollen? Evil
03.12.2009 | Evil | Nostalgie
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