Sorcery Gewinnspiel!
Pixel Land
Super Mario Bros. Reduced
Ich habe mir schon oft gewünscht, es gäbe ein Mario-Spiel für's iPhone. Leider sind bisher nur wenige Plattformer auf dem System erschienen, viele sind nur kurzweilig. Und natürlich würde Nintendo niemals Mario auf das iOS bringen. Ist doch absurd. Und ich denke noch darüber nach wie utopisch meine Wünsche sind, da passiert etwas Interessantes: Pixel Land erscheint. Das Prinzip ist simpel: Super Mario Bros. reduziert auf 8x8 Pixel.


Die Reduktion auf 64 Pixel bringt zwei wesentliche Konsequenzen mit: Das Spiel ist 1. kleiner und 2. schwerer. Neben dem reduzierten Bildschirmformat offeriert das iOS-Spiel Onscreen-Elemente für die Bewegung nach links und rechts, sowie einen Sprung-Button. Die Steuerung macht jedoch viel weniger den Schwierigkeitsgrad aus als die eingeschränkte Sicht. Der quadratische rote Held des Spiels (von Entwickler Brad Slattery liebevoll Pixelman getauft) bewegt sich recht flink über die kleine Menge des zu Möglichkeiten gewordenen Pixelrasters. Begrenzte Möglichkeiten. Mit nur einem Satz überbrückt man drei Pixel und ist schnell erstaunt, wo sich das "Männchen" befindet. Und weil sich der Pixelman so distinkt von Kasten zu Kasten bewegt, muss man die Zeit zwischen den Pixeln interpolieren. Das wird insbesondere dann wichtig, wenn auch Feinde ins Spiel kommen.

Noch ist der braune Pixel zwei Kästchen vor mir, denke ich. Aber gleich wird er mich schon berühren! Es wird tatsächlich schwieriger, den richtigen Moment abzuschätzen. Und dann springe ich (zu früh!) und lande direkt vor dem zu blockigen Geschöpf, welches das Wesen des Gumbas in seiner Reinform erfasst: Braun, geht von rechts nach links. Er rennt mich um. Ich bin tot.


Doch mein Tod wird nicht von einer lieblichen Melodie begleitet. Es gibt keine Animation meines Scheiterns. In Eiseskälte erstreckt sich wieder der Levelanfang vor mir. So still und wortlos gibt er mir zu verstehen: Das Ganze jetzt nochmal von vorn. Nur ohne Sterben.

Tatsächlich kommt Pixel Land sehr tonkarg daher. Es fehlen die bekannten Melodien aus dem Nintendo-Reich und ich kann nicht leugnen, dass das schade ist. Musiklos muss man sich mit ein paar Soundeffekten für das Hüpfen und Springen zufrieden geben. Aber das ist wohl Teil des Demake. Ich glaube, das ist, warum ich Kunst manchmal nicht verstehe. Sie steht einfach für sich und denkt gar nicht an den Betrachter. Wenn man sie nicht annimmt, steckt sie einem einfach die Zunge aus (hab ich Kunst jetzt doch verstanden?). Aber es bleibt ja auch ein Spiel und ich finde, Sound wäre schön gewesen.


Zurück zur Kunst: Pixel Land wurde als ultimative Homage an Super Mario Bros. konzipiert. Die verschiedenen Stages sind nicht einfach wie bei Super Mario. Es sind die Stages aus Super Mario Bros. Nur eben versimpelt. Obwohl sie jetzt irgendwie anders sind, bleiben sie doch vertraut. Man weiß wo man ist, wenn man ein Level betritt und kann in der Stille des Pixellandes fast die Melodien des Pilzkönigreichs vernehmen.

Und das ist, wo Pixel Land seine Stärken ausspielt. Man spielt plötzlich wieder Level, die man auswendig kennt, ich möchte fast sagen: Level, die jeder schon gespielt hat. Aber sie sind nicht der gewohnte Spaziergang, den man sich als blindes Vertrauen über die Jahre aufgebaut hat. Sie sind plötzlich neu und schwer und ständig stirbt man. Erfreulich, dass die Berührung einiger Blöcke zum Auswurf grüner Pixelsteine führt, die ich sofort als Extraleben identifiziere. Eine ähnlich merkwürdige Assoziation stellt sich als folgerichtig heraus, als ich es wage nach Einsammeln eines gelben Pixelauswurfs ungehemmt durch die braunen Pixeltruppen zu marschieren (Was ist braun, guckt böse und man kann getötet werden, wenn man ihm zu nahe kommt? ... Hey. Wer hat da Nazi gerufen? Gumbas, du Dummbatz!). Einzig auf ein Äquivalent der Feuerblume hofft man vergebens.


Mit einem fairen Preis von 79 Cent kann ich Pixel Land allen Spielern mit hoher Frustrationstoleranz und den meisten Mariofans diese zu Masocore transformierte Version von Mario Bros. nur ans Herz legen. Es scheint auch noch Updates zu geben und vielleicht bringt eines ja irgendwann Musik mit. Für die Ehrgeizigen unter euch dürfte das verschärfte Gameplay aber schon Anreiz genug sein! Nex
17.01.2012 | Nex | In-Game
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